Brücke zwischen Underground und Mainstream: „Time Split“

Store 3.0 für lokalen Start-Up: Dieser anziehende wie eigenwillige Pop-Up Store der drei Gründer von „Time Split“ ist das Ergebnis eines Wettbewerbs, den die kplus konzept GmbH zusammen mit der Betreiberin der Köln Arcaden, der mfi AG, ausgeschrieben hatte. Und ein perfektes Beispiel dafür, wie Einzelhandelskonzepte heute funktionieren: klein, mobil und anpassungsfähig! Die zwei Gewinner des Wettbewerbs – der andere ist My Hijab  – sind von der Ausschreibung bis zur Eröffnung professionell mit Rat und Tat bei konzeptioneller Planung und Umsetzung von kplus konzept begleitet worden. Von der Erstellung des Grundrisses und Moodboards für die Gestaltung der Produktdisplays bis hin zu praktischen Hinweisen bei der Kundenansprache und der photographischen Dokumentation. Neu ist auch der Gedanke des „Maker Labs“, in dem die Verkaufsobjekte vor den Augen des Kunden hergestellt oder upgecycled werden.

Am Anfang stand der von kplus konzept konzipierte, noch unbewirtschaftete Pop-Up Store im Basement der Köln Arcaden, der die drei jungen Künstler, bis dato eher versiert im Bereich Ausstellungen ihrer von Upcyling und Streetart geprägten Produkte, zu diesem unkomplizierten Start als Einzelhändler inspiriert hatte. Passend dazu zeigt sich der Shop – die Wände im Asphaltlook, Baustellenzäune als Warenträger und rustikale Seekiefer als Material für die Warenpräsentation. Auf einer Tafel weist die mit Kreide gezeichnete Kravatte auf den Verkauf von individualisierten T-Shirts hin. Einfach in der Gestaltung und höchst wirksam als origineller Blickfang für die Zielgruppen: die Szenekultur aus Kalk ebenso wie Liebhaber von Kunst- und Lifestyleprodukten jeden Alters.

Wie die drei Kölner die Zeit erlebt haben und wie es nach dem Pop-Up Store weitergeht, lesen Sie hier im Interview:

Wie sind Sie auf das Pop-Up Store Konzept in den Köln Arcaden aufmerksam geworden?

Steven Retzlaff und Tugce Erden wohnen und leben in Köln Kalk und sind beim Einkaufen in den Arcaden durch den Beispiel-Pop-Up Store im Basement auf diese Möglichkeit aufmerksam geworden. Schon länger hatte Steven Retzlaff die Idee, seinen eigenen Shop zu eröffnen, nach dem Motto „von Kalkern für Kalker“. Und als wir von der Ausschreibung erfahren haben, war es für uns selbstverständlich, diese Chance zu nutzen. Dominik Hebestreit kam zur Unterstützung dazu.

Was verbirgt sich hinter „Time Split“?

Unser kreatives Schaffen, ob freie Kunst oder dem angewandtes Design, ist immer eine Essenz aus vielen Faktoren und Einflüssen, abhängig von den bisherigen Erfahrungen, dem Wissen und des Gestaltungsvermögen des Designers. Trends, Stimmungen und äußere Einflüsse fließen oft auf subjektive Weise mit in ein Werk ein. „Time Split“ ist ein Symbol für unser gemeinschaftliches Schaffen und unter anderem eine kleine Zeitreise, die sich in unseren Produkten und Werken ausdrückt. 

Was macht Ihre Produkte so besonders? Wer sind Ihre Zielgruppen und warum sollen sie Ihre Produkte kaufen?

Unsere Produkte und Exponate haben einen jungen Geist, besitzen einen eigenen Charme und Charakter. Teilweise sind in dieser Form  noch nie auf dem Markt käuflich zu erwerben gewesen. Wir machen Lifestyle-Objekte /Accessoires und produzieren Bilder, welche zunächst sehr günstig, von uns angeboten werden. Wir sprechen mit unseren Produkten vor allem junge Leute an, die, ähnlich wie wir selbst, aus einem bestimmten subkulturellem Umfeld stammen. Diese Jugend- und Szenekulturen identifizieren sich bereits mit unseren Produkten, sind ein Teil der Kultur oder auf dem Weg, ein Teil dieser Kultur zu werden. Kunstbegeisterte jeder Altersgruppe werden von unseren Produkten ebenfalls angezogen, da die Kunst- und Gebrauchsgegenstände in unserem Shop miteinander verschmelzen und der Shop durch diese Kombination ein völlig neues Erscheinungsbild bekommt.

Hatten Sie bereits vorher Berührung zum Thema „Einzelhandel“?

Steven Retzlaff und Dominik Hebestreit haben durch diverse gemeinsame Projekte schon  einige Erfahrung im Bereich Ausstellung. Der Bereich Einzelhandel jedoch ist Neuland für uns. Durch das Projekt machen wir nun größtenteils unsere ersten Erfahrungen auf diesem Gebiet!

Wie haben Sie den Entwicklungsprozess des Pop-Up Stores bisher erlebt?

Die letzten Monate waren insgesamt recht ereignisreich und aufregend für Steven Retzlaff und Tugce Erden. Zuerst erhielten wir die Nachricht, dass wir Gewinner des Wettbewerbs sind, dann standen die Vorbereitungen und Produktionen und schließlich die Ladeneröffnung an. Schwierige Momente gab es immer wieder mal, da wir nebenbei ja auch an anderen Projekten oder im Nebenjob arbeiten. Im Großen und Ganzen haben wir, was die Planung und Umsetzung des Pop-Up Stores betrifft, keine Probleme gehabt.

Was schätzen Sie besonders an dem Pop-Up Store Konzept?

Der Pop-Up Store ist eine unkomplizierte Variante des Einzelhandels, die für uns viele Vorteile hat. So müssen wir keinen Laden oder eine Fläche für einen längeren Zeitraum mieten. Man kann viel planen, doch oft wird erst bei der Umsetzung einer Idee ersichtlich, wie etwas aussieht, und ob es beim Kunden ankommt oder nicht, das heißt, man ist viel flexibler. Bei der Einrichtung und Umsetzung haben wir sehr von der professionellen Unterstützung durch kplus konzept profitiert, was uns zudem viel Zeit und Arbeit erspart hat. So eine Förderung für ein junges Start-up ist eine feine Sache!

Welche Ideen und Pläne haben Sie für die Zukunft?

Wir möchten auf jeden Fall einen Online Shop einrichten, außerdem wären wir nicht abgeneigt, mit unserem Shop für eine kurze Zeit auch in andere leer stehende Flächen zu ziehen, eine Art Wanderausstellung oder Wanderstore zu sein. Mal sehen was sich noch in der nächsten Zeit für uns ergibt.

Würden Sie Freunden die Idee des Pop-Up Stores weiterempfehlen?

Das Pop-Up Store Konzept sei jedem empfohlen, der eine Shopidee hat und diese gerne realisieren möchte. Nur sollte sich derjenige darüber im Klaren sein, welche Verantwortung auf ihn oder sie zukommt, und was es heißt, einen eigenen Shop zu führen. 
  • Date: 3. April 2014
  • Skills: Eventplanung, Beratung, Video, Photography
  • Client: Köln Arcarden
  • Link: www.koelnarcarden.de
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