Erlebnis Factory Outlet Center

Etwa 158 Outlet Center gibt es in Europa, davon keine zehn in Deutschland. Restriktive Planungsvorgaben sowie Sorge vor neuer Konkurrenz für den lokalen Einzelhandel und Zerstörung von gewachsenen Strukturen machen den Betreibern hierzulande das Leben schwer. Doch mittlerweile gehört Deutschland zu den gefragtesten Standorten für Outlet Center in Europa, wie die ecostra Unternehmensberatung bei Branchenumfragen herausgefunden hat. In Deutschland könnte sich die Zahl laut Geschäftsführer Dr. Will auf 20 bis 25 Fabrikverkaufszentren mehr als verdoppeln; fünf davon wird es bald allein am Standort NRW geben. Derzeit werden von 100 € Fashion-Einkäufen 1,20 € in Outlet Centern gelassen – da ist noch Luft nach oben, zumal angesichts wachsender Touristenzahlen: 12 Milliarden schätzt man, sollen es bis 2020 in Deutschland sein.

Diese und andere tiefe Einblicke in die Welt der „FOC“s – dazu gehören Designer Outlet Center, Outlet Stores und Internet Outlets – bekamen wir auf dem 3. Deutschen Factory-Outlet-Kongress Ende November in Baden-Baden, wo kplus konzept mit Blick auf den wachsenden Markt und gestiegene gestalterischer Ansprüche in dieser zukunftsträchtigen Branche erstmals als Partner vertreten war und dort auf die Crème de la Crème der Betreiber traf.

Die Branche ist in Bewegung, und bei den Vorträgen wurde deutlich, dass auch für die effizient kalkulierenden Betreiber der „Einkaufsfaktor Erlebnis“ für eine gelungene „Day-out-experience“ immer bedeutsamer wird. Dazu passt auch das Wiederentdecken des öffentlichen Raumes der Stadt für den Handel, die Renaissance der Mitte, bereits manifester Trend bei Einkaufszentren (z.B. die Bikini Concept Mall in Berlin oder die Höfe am Brühl in Leipzig (LINK zu unserer Seite!)) oder Möbel-Retailern (Ikea in Hamburg Altona), der auch bei den FOCs Anklang findet, ganz konkret gerade in Bad Münstereifel: Wo früher Heino die größte Attraktion war, ist es inzwischen das neue Outlet Center. 40 Läden, verteilt über die mittelalterliche Kleinstadt und untergebracht in denkmalgeschützten Häusern, sollen dem beispiellosen Konzept des Betreibers ROS GmbH zufolge für eine Belebung des Zentrums sorgen. Die Eröffnung im August 2014 war schon einmal ein voller Erfolg, Heino rockte auf dem Klosterplatz, und zwei Celebrities sorgten für Rekordbesucherzahlen und -umsätze.